396 Vietnam 2010 Thien Hau Pagode 518.03.2010
395 Vietnam 2010 Thien Hau Pagode 4Vor Mittag haben wir noch zwei Ziele in Saigon. Deshalb mussten wir heute schon wieder um 6:00 Uhr aufstehen. Nach einer kurzen Busfahrt besuchen wir die Thien Hau Pagode, sie wird auch Frauenpagode genannt. Sie ist die älteste im chinesischen Stil erbaute Pagode und wurde im 19. Jahrhundert von der Kantongemeinde gegründet. Sie ist Thien Hau Thanh Mau, der Meeresgöttin und Schutzpatronin der Seeleute gewidmet. Sie hat zwei Gehilfen, von denen einer 1000 meilenweit hören und der andere 1000 meilenweit sehen kann. Diese Helfer rufen die Göttin, wenn ein Schiff in Seenot gerät. Auffallend sind die Räucherstäbchen im XXL-Format und die langen Weihrauchspiralen im Hauptheiligtum. Die Spiralen sollen einen Monat lang brennen und es fällt manchmal etwas Asche auf die darunter stehenden Besucher. Immer wenn eine Spende übergeben wird, ertönt eine Glocke. Durch die fehlende Luftbewegung und der vielen Räucherware beißt der Qualm in den Augen und wir suchen das Weite.
In der Nähe der Pagode befindet sich ein weiterer interessanter Markt. 399 Vietnam 2010 Binh-Tay-Markt 1Der Binh Tay Markt unterliegt noch nicht so stark dem touristischen Einfluss wie der Ben Thanh Markt im Zentrum. Es ist aus kurz vor 8:30 Uhr und die Stände sind noch nicht so überlaufen. Der große Markt wurde 1826 von einem chinesischen Kaufmann entworfen und hat sich im Laufe der Zeit sehr gut entwickelt. Die Mehrzahl der Einwohner in diesem Stadtbezirk sind Chinesen und diese prägen das Angebot des Marktes erheblich. Hier ist alles etwas übersichtlicher angeordnet und man fühlt sich nicht so beengt. 407 Vietnam 2010 Binh-Tay-Markt 9Wir nutzen unseren Reiseleiter als Einkaufsberater und kaufen unter anderem eine riesige Zimtstange und grünen Pfeffer. Hier kann man auch die Kulanz der Fluggesellschaften für das Übergepäck testen. Das Angebot und die Auswahl sind einfach unüberschaubar. Wir kaufen nur noch etwas Obst für unterwegs und beenden gegen 9:00 Uhr den Rundgang.
Durch den dichten Vormittagsverkehr verlassen wir Saigon und nutzen den erst vor sechs Wochen fertiggestellten neuen Highway 1a und die Nationalstraße 1 nach Cai Be. Unterwegs erzählte uns Than schon einiges, was uns heute und morgen erwartet. Bevor wir zu unserer Bootstour starten, wollen wir noch einen Cao Dai Tempel besuchen. 411 Vietnam 2010 Cao Dai Tempel Cai Be 3Die Sekte hat einmal mehr als 4.000.000 Mitglieder, von denen etwa 100.000 auf dem Gelände eines Tempels in der Nähe von Saigon wohnten. Heute lebt ein großer Teil der noch etwa 500.000 Gläubigen in Mekongdelta. Der Tempel in Cai Be ist nicht so groß wie der Heilige Stuhl der Cao Dai in Tay Ninh, aber soll genauso bunt und prächtig sein wie das Original. Das Allessehende Göttliche Auge, Symbol des Caodaismus, ist ein in ein Dreieck gezeichnetes Auge, von dem neuen Strahlen ausgehen. Große Säulen werden von Drachen umschlungen und über die große Halle wacht das „Auge, das alles sieht“. Solch einen farbenfrohen Tempel sieht man hier nicht oft. Nach 20 Minuten verlassen wir den letzten Tempel unserer Rundreise und fahren noch eine kurze Strecke zum Hafen von Cai Be, den wir 11:20 Uhr erreichen.
Mit einem Schiff wollen wir die schwimmenden Märkte des Ortes besuchen und durch das Mekongdelta nach Vinh Long fahren. 414 Vietnam 2010 Bootstour auf dem Mekong 1Wir müssen uns beeilen, da der Markt auf dem Fluss gegen Mittag endet. Weil der Markt einer der Größten im Delta sein soll, bin ich doch etwas enttäuscht. 416 Vietnam 2010 Bootstour auf dem Mekong 3Sicher haben viele kleine Schiffe schon wieder die Heimreise angetreten. Than erklärt uns, wie einfach das Angebot der Schiffe zu erkennen ist. An einem Mast hängen die Muster der angebotenen Früchte. Die großen Lastkähne sind noch gut gefüllt und bleiben sicher für längere Zeit hier. Die kleinen Boote versuchen, Speisen und Getränke zu verkaufen. Von buntem Markttreiben kann hier jedoch keine Rede sein, dafür ist es viel zu ruhig. Das Treiben am Flussufer ist dafür viel interessanter. Den kleinen Seitenarm haben wir schnell verlassen und überqueren einen der Hauptarme des Deltas. Hier werden die angeschwemmten Sandschichten abgebaut und als Baumaterial verwendet. Die Lastkähne sind oft bis zur Grenze der Tragfähigkeit beladen. Jetzt kommen wir in die engen Kanäle des Mekongdeltas. Das Kanalsystem hat eine Gesamtlänge von über 2500 km. Bereits um 1750 begannen die Vietnamesen mit dem Bau der ersten Kanäle. 429 Vietnam 2010 Bootstour auf dem Mekong 16433 Vietnam 2010 Obstgarten 4Sie legten Sümpfe trocken und gewannen so zusätzliche Anbaufläche. Erst durch die Franzosen wurde das Mekongdelta in größerem Maßstab erschlossen und besitzt heute nur wenig unbebaute Fläche. Neben dem Anbau von Mais, Erdnüssen, Soja und Zuckerrohr werden jetzt immer mehr Obst- und Gemüseplantagen angelegt. Durch Sedimentablagerungen wächst das Mekongdelta jährlich zwischen 50-80 cm.
Mit unserem Boot schlängeln wir uns durch die Kanäle. Der Fluss führt zurzeit nicht so viel Wasser und unsere Bootsführer muss die richtige Fahrrinne finden. 12:20 Uhr habe wir das Restaurant erreicht, wo wir heute unsere Mittagspause machen werden. Zuerst machen wir aber einen kleinen Spaziergang durch den Obstgarten, weil zur Zeit keine Plätze im Restaurant frei sind. Than zeigt uns Früchte und Blüten und erklärt es den Geschmack und die Zubereitung. Es ist ein kleiner Querschnitt der im Mekongdelta angebauten Obstsorten. Im Restaurantbereich wurden einige sehr schöne Orchideen und Blütensträucher platziert. Durch die lange Wartezeit auf freie Plätze sind wir erst gegen 14:15 Uhr wieder auf dem Boot.
448 Vietnam 2010 Bootstour auf dem Mekong 25Immer wieder kommen uns beladene Schiffe entgegen und dann wird es eng im Kanal. Die Lastkähne nutzen den Kanal als Abkürzung. Durch ihre leichte Ladung liegen sie nicht so tief im Wasser und können die Kanäle nutzen. Unterwegs gibt es für uns eine kleine  Erfrischung denn es werden sehr viele Kokosnüsse geköpft. Bei dieser feuchten Wärme ist es eine willkommene Erfrischung. Durch unsere Ausweichmanöver haben sich sehr viele Pflanzen um die Schiffsschraube gewickelt. Der Bootsführer sucht sich eine abgelegene Stelle und muss nun ins Wasser. Er benötigt einige Tauchgänge um die Schraube von dem Müll zu befreien, und das Boot wieder fahrbereit zu machen. Nach einer sehr schönen Fahrt haben wir Vinh Long erreicht.
Mit dem Bus sind es noch etwa 20 km bis nach Can Tho, der größten Stadt im Mekongdelta. 461 Vietnam 2010 von Cai Be nach Can Tho 7Mit der Fähre wollen wir einen der Seitenarme des Mekong überqueren.460 Vietnam 2010 von Cai Be nach Can Tho 6 Mit dem Bus stehen wir aber einige Zeit im Stau. Nur langsam bewegt sich die lange Schlange vorwärts. An einer geeigneten Stelle steigen wir aus, weil unser Bus eine andere Fähre nehmen muss. Wir haben noch ein kurzes Stück zu laufen und warten dann auf unserer Fähre. Bei Vinh Long gibt es bereits seit dem Jahr 2000 eine Brücke über den Mekong, aber hier ist die Überbrückung viel schwieriger. Dass die Fähren in wenigen Wochen ihren Dienst einstellen müssen, sieht man ihnen an. Ende März 2010 wird die neue Brücke über den Mekong eingeweiht und damit haben die Fähren keine Daseinsberechtigung mehr. Viel Vertrauen in die rostigen Seelenverkäufer haben wir nicht. Natürlich wird jeder Quadratmeter auf den Schiffen ausgenutzt und alles sieht sehr überladen aus. Die Fähren haben unterschiedliche Größen und es sind mehr als 10 Schiffe, welche inzwischen den Flussufern pendeln. Für das Beladen der Schiffe gibt es natürlich auch kein System. Kaum haben die ersten Fahrzeuge eine Fähre verlassen, drängen sich die Mopeds im Gegenverkehr auf das Schiff. Es gibt nur wenige Passagiere die, wie wir, ohne Fahrzeug das Schiff betreten. 464 Vietnam 2010 von Cai Be nach Can Tho 10Unterwegs zeigt sich der Himmel mit einem bunten Farbspiel. Es ist 17:30 Uhr und die Sonne wird bald untergehen. Sie nähert sich dem Horizont und einige dunkle Wolken schieben sich vor ihr. Wir sind froh das andere Ufer erreicht zu haben und der Bus wartet schon auf uns. Eine halbe Stunde später sind wir schon auf den Hotelzimmern. Das Hotel macht einen guten Eindruck und die Zimmer sind in Ordnung. Wir haben einen sehr schönen Blick über den Can Tho Fluss auf das Mekongdelta und die schon teilweise beleuchtete neue Brücke. 469 Vietnam 2010 Golf Can Tho Hotel 2Direkt vor dem Hotel ist die Anlegestelle eines Discoschiffes. Auf drei Etagen wird Musik gespielt und bunte Lichter erhellen die Nacht. Hoffentlich wird es keine unruhige Nacht. Das Abendessen ist heute im Reisepreis enthalten und wir laufen zu einem Restaurant, welches direkt am Mekong liegt. Nicht nur die Lage ist sehr gut, sondern auch das Essen war vorzüglich. Über die Uferpromenade spazieren wir dann wieder zum Hotel zurück. Kaum sind wir auf unserem Zimmer kommt das Discoschiff zurück, dreht noch eine kleine Runde und legt dann an. Nachdem die zahlreichen Gäste das Schiff verlassen haben verstummt die Musik und wir können schlafen.
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