11. März 2010

126 Vietnam 2010 Fahrt auf dem Parfuemfluss 3Weil wir zwei Nächte im Park View Hotel Hue bleiben, müssen wir heute nicht die Koffer packen. 8:00 Uhr fahren wir mit dem Bus zum Hafen. Mit einem bunt bemalten Touristenboot sind wir schon wenige Minuten später auf dem Parfümfluss unterwegs. 130 Vietnam 2010 Fahrt auf dem Parfuemfluss 7Unser erstes Ziel ist die Thien Mu Pagode 5 km westlich von Hue. Zuerst fahren wir aber einige 100 m in die andere Richtung und Than zeigt uns die Fischerboote, welche hier unterwegs sind. Die Fischer verbringen einen großen Teil ihres Lebens nur auf dem Schiff – es ist alles, was sie besitzen. Mit Brettern und Planen schützen sie sich vor Regen und neugierigen Blicken.

132 Vietnam 2010 Thien Mu Pagode 2Wir wenden auf dem Song Huong und fahren zur Thien Mu Pagode. Die bunten Touristenschiffe mit den schönen Drachenköpfen gibt es in verschiedenen Arten und Größen. Unseres fährt etwas gemächlich und wird von einigen anderen überholt. Auf dem Deck sind Sitzreihen aufgebaut und auf Tischen wartet eine große Anzahl von Souvenirs auf Käufer. Natürlich dauert es nicht lange und es finden sich die ersten Interessenten. Einigen Sachen sieht man an, dass sie schon viele Fahrten auf dem Fluss mitgemacht haben. Sie haben aber auch eine schöne Auswahl an Bildern, welche auf Seide handgemalt sind. Wir finden sogar drei Bilder welche farblich sehr gut zueinanderpassen und kaufen sie für ein kleines Taschengeld. Gegen 9:30 Uhr haben wir unser erstes Tagesziel erreicht. Die Pagode der himmlischen Dame wurde 1601 vom Nguyen-Fürst Hoang anlässlich einer Prophezeiung errichtet. 1844 ließ Kaiser Thieu Tri den 21m hohen achteckigen Thap Phuoc Duyen-Turm errichten, welcher mit seinen 7 Etagen das Wahrzeichen von Hue ist.138 Vietnam 2010 Thien Mu Pagode 7 In einem Pavillon hängt eine über 2 t schwere und 2,5 m hohe Glocke, die man noch in 10 km Entfernung hört. In einem weiteren Pavillon steht eine Marmorstele. Sie erzählt vom Bau der Pagode und der Geschichte des Buddhismus in Hue. Auf dem Gelände befindet sich auch eine buddhistische Klosterschule. 142 Vietnam 2010 Thien Mu Pagode 11Von hier stammt auch der Mönch Thich Quang Duc, welcher mit einem Austin nach Saigon fuhr und sich am 11.06.1963 aus Protest gegen das Diem Regime mit Benzin übergoss und anzündete. Die Bilder gingen damals um die Welt. Wir machen noch einen Rundgang durch die schöne Parkanlage und sehen uns die 1907 nach einem Taifun wieder aufgebaute Haupthalle an.

Nur wenige Kilometer entfernt, liegt das Mausoleum des 1841 verstorbenen Kaisers Minh Mang (1820-1841), am linken Ufer des Parfümflusses. Kurz vor Erreichen des Parkplatzes hat man von einer Brücke einen wunderbaren Blick auf den Zusammenfluss der beiden Arme des Parfümflusses. 143 Vietnam 2010 Kinder 1

Vom Parkplatz führt ein Fußweg zum Eingang des Grabmals. Hier kommt man an vielen Familien vorbei, welche mit ihren Kindern betteln oder nur die Kinder an den Zaun schicken. Teilweise haben sich die Familien in gleichmäßigen Abständen an ihrem Zaun verteilt und versuchen durch den Verkauf von Bananen etwas Geld zuverdienen. Die Kinder freuen sich auch über süße Sachen und ein Pärchen aus unserer Gruppe hat die im Hotelzimmer liegenden Seifen und Shampoos gesammelt und verteilt sie hier. Die Frauen freuen sich sehr über diese Geschenke. Unterwegs zeigt uns Than, wo der Pfeffer wächst. 148 Vietnam 2010 Grabmal von Minh Mang 3

Das Kaisergrab wurde erst durch dessen Nachfolger Thieu Tri (1841-1843) fertiggestellt. Die 6 Grabmäler der Nguyen-Dynastie sind alle nach dem gleichen Schema aufgebaut. Sie sind von einem Mauerwall umgeben, haben einen gepflasterten Ehrenhof und besitzen eine, von verschiedenen Steinfiguren gesäumte, Geisterallee. Auf jeder Seite steht dabei ein Elefant, ein Pferd sowie je zwei Militär- und Zivilmandarine. Hier haben wir es mit einer sehr symmetrischen Anlage zu tun.151 Vietnam 2010 Grabmal von Minh Mang 6 Nur der See der Makellosen Klarheit und der See des Zunehmenden Mondes bringen etwas Abwechslung in die sonst klare Gliederung. Immer wieder kommt die Zahl 3 für die Mächte des Himmels, der Erde und des Wassers vor. Es gibt 3 Eingangstore, der Sung-An-Tempel hat 3 Ebenen und es führen 3 Brücken über den See Trung Minh zum Minh-Lau-Pavillon. Es ist windstill und auf der Wasseroberfläche spiegelt sich die Uferlandschaft. Ich bin gemeinsam mit Wolfgang so mit dem Fotografieren beschäftigt, dass wir nicht bemerken, wie sich unsere Reisegruppe schon wieder zum Ausgang begeben hat. Die Parkanlage ist so schön, dass wir sogar noch einen kleinen Umweg zum Ausgang nehmen.

158 Vietnam 2010 Grabmal von Minh Mang 13160 Vietnam 2010 Raeucherstaebchenherstellung 1Auf dem Rückweg nach Hue sehen wir uns die Herstellung von Räucherstäbchen an. Than empfiehlt uns hier Nichts zu kaufen, weil das Preisniveau sehr aus dem Rahmen fällt. Das Spiel der Farben wird man aber so schnell nicht wieder sehen. Hier werden auch Hüte bemalt und es gibt sehr schöne Bilder zu stolzen Preisen im Angebot. Die Sonne scheint von hinten durch die Bilder und lässt die Farben leuchten.

Wir machen noch einmal Halt und ich war schon in Gedanken beim Mittagessen. Doch vor dem Essen steht noch die Besichtigung des Grabmals vom 4. Nguyen-Kaiser Tu Duc (1847-1883) auf dem Programm. Die Kamera liegt im Bus und so muss es einmal ohne Bilder gehen. Das Grabmal wurde vom ihm selbst entworfen und unter seiner Aufsicht innerhalb von nur 3 Jahren erbaut. Im Xung-Khiem-Pavillon erzählt uns Than über das Leben des Kaisers. Er war sogar für Vietnamesen sehr klein, hatte 104 Ehefrauen und ungezählte Konkubinen und blieb doch kinderlos. Er war ein Poet und Schwärmer und entsprechend idyllisch wurde das Grab errichtet. 163 Vietnam 2010 Cho Dong Ba Markt 2Aus Angst vor Grabräubern wurde Tu Duc an einem geheimen Ort bestattet und alle an der Bestattung Beteiligten später hingerichtet. Zwischen Lotosteichen und Frangipanibäumen gibt es diverse Pavillons zum Angeln, Schachspielen und Lesen, insgesamt 50 Bauwerke findet man auf dem Gelände. Sogar ein eigenes Theater wurde 1886 gebaut. Das Minh-Khiem-Duong-Theater, das älteste noch erhaltene Theater Vietnams, wurde 2005 nach längerer Restaurierung wiedereröffnet. Täglich finden mehrere Aufführungen der traditionellen Hofmusik statt. Die eigentliche Grabstätte war leider wegen Restaurierungsarbeiten für Besucher gesperrt.

168 Vietnam 2010 Cho Dong Ba Markt 7Nach dem Mittagessen steht die Besichtigung des 1988 erbauten Dong Ba Marktes an. Am Parkplatz warten Rikschafahrer auf Kundschaft. Die Halle wurde erbaut, nachdem der alte Markt durch einen Taifun zerstört wurde. Es macht wenig Sinn als Gruppe durch die engen Reihen zulaufen. Also erkundet jeder den Markt individuell. Der Markt ist bei Einheimischen beliebt und hat von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Von Lebensmitteln, Fisch, Fleisch bis zu Kleidung und Spielzeug kann man hier alles kaufen. Hier soll es auch die schönste Auswahl an traditionellen Hüten aus Palmblättern geben. Ohne Kaufabsichten hat man den Markt schnell erkundet und wir warten am vereinbarten Treffpunkt etwas länger auf den Rest der Gruppe. 672 Vietnam 2010 ueberladene Transportmittel 12Die angrenzende Hauptstraße liefert ein Fotomotiv nach dem anderen. Was die Vietnamesen alles mit dem Fahrrad und der Rikscha transportieren, kann man als Europäer nicht erahnen. Hier sitzen die Männer am Lenker. Die Frauen sind für das Tragen der Lasten auf den Schultern zuständig. Unglaublich was die kleinen Frauen schultern können.

Gegen 16:45 Uhr sind wir wieder im Hotel. Nach dem gemeinsamen Abendessen wollen wir noch etwas durch die Läden bummeln, aber hier machen die Geschäfte schon eher zu.
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