Heute haben wir uns eine große Tour vorgenommen. Tschibo ist hier so bekannt, dass er mit seinem Bus auf das Hotelgelände fahren darf. Wir holen unsere Lunchpakete und verstauen alles sicher im Fahrzeug. Wir fahren auf der Küstenstraße Richtung Galle und nach wenigen Kilometern entdeckt der Busfahrer einen Toddysammler in der Krone einer Palme. Mehrere Palmen sind mit Seilen verbunden und waghalsig klettern die Sammler von Palme zu Palme um den Saft der Palmenblüten zu ernten. Sri Lanka 2002 Palmenkletterer 2Wenn die Seile nass und rutschig sind, ist es sehr gefährlich auf den Seilen zu laufen und es passieren viele Unfälle. Der gewonnene Palmsaft ist Ausgangsstoff für den leckeren Arrak, welcher vor allem in Mixgetränken mundet.

Danach fahren wir zu einer Schildkrötenfarm in Koskoda.

Schildkrötenfarm 1aMühsam werden die verschieden Arten vor dem Aussterben bewahrt. Für eine Rupie pro Stück werden die Eier der Schildkröten vor dem Kochtopf gerettet und in der Farm aufgezogen. Auch hier wird die Führung in deutscher Sprache gemacht.

Wir verlassen die Küstenstraße und wollen in Mitiyagoda eine Mondsteinmine besichtigen. Abseits der Hauptstraße wird es ruhiger und es tauchen die ersten Felder auf. Üppige Wälder werden von offenen Lichtungen abgelöst. In der Ferne hören wir einen lauten Motor knattern. Wir lassen den Bus stehen und laufen in Richtung Lärmquelle. Der alte Dieselmotor treibt eine „Pumpe“ an, welche das Wasser aus der Mine fördert. Das ganze Umland besteht nur aus Abraum und Schlamm. Der Schacht ist mit Baumstämmen notdürftig abgestützt und aus dem Loch hören wir Stimmen. Eine dunkle Gestalt klettert an den Stämmen Richtung Tageslicht. Das Wasser drückt aus allen Richtungen und läuft in den Schacht hinein. Die Pumpe ist wieder ausgefallen und alle müssen raus. Ein Arbeiter nach dem anderen kraucht völlig durchnässt aus dem dunklen Loch. Jetzt wird repariert, dann der Stollen leer gepumpt und dann geht es wieder in die Tiefe. Wir gehen zu den Gebäuden die einige hundert Meter abseits in etwas besserer Lage stehen. Hier werden die Steine geschliffen und zu wertvollem Schmuck verarbeitet. Ein Führer erklärt uns die hier vorkommenden Edelsteine und zeigt uns Rohlinge in allen Varianten. Die Werkstatt ist so groß wie eine Garage und die Schleifer versuchen uns Steine unter der Hand zu verkaufen, als der Chef das Gebäude verlassen hat. Erst mal sehen was noch kommt denn bei den Preisen für rohe Steine kennen wir uns nicht aus. Man bringt uns Getränke und bittet in den Verkaufsraum. Sri Lanka 2002 MondsteinmieneDie Auslagen lassen sicher das Herz jeder Frau höher schlagen. Steine in allen Farben und Formen liegen vor uns. Ob Ring, Halskette, Ohrring oder Fußkettchen, alles gibt es auch als passendes Set. Sicher gibt es das ein oder andere Schnäppchen zu kaufen aber wir halten uns zurück. Jetzt werden uns ungeschliffene Mondsteine angeboten und der Ton wird rauer. Obwohl ein Paar mehr als 500 Euro in dem Laden gelassen hat, ist der Chef der Truppe nicht zufrieden. In einem Baum vor dem Gebäudesitzt ein Affen, welcher aus einer Flasche mit einem Strohhalm trinkt. Der Anblick ist schon lustig.

Wir fahren zurück auf die Küstenstraße und dann weiter Richtung Galle. Eine Fahrt mit einem Glasbodenboot wollen wir uns nicht entgehen lassen und deshalb halten wir in Hikkaduwa an. Durch flaches Wasser waden wir zu einem der bunten Boote. Der Glasboden ist schon etwas zerkratzt aber die Videoaufnahmen mit aufgelegter Kamera werden sehr gut. Wir nähern uns den anderen Booten über dem vorgelagerten Riff und staunen über die Vielfalt der Korallen und Fische. Sogar 2 Meeresschildkröten schwimmen ruhig an uns vorbei. Die Zeit vergeht schnell und wir sind bald wieder an Land.

Weiter geht es zu den Stelzenfischern. Wir kommen sicher ungünstig denn alle Arbeitsplätze sind unbesetzt. Die Stelzen sind im Wasser und die Fischer warten auf etwas Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger, bewegen sich dann aber Richtung Wasser. Ein paar Fotos und schon sind die Stelzenfischer wieder im Schatten. So wird also schon lange nicht mehr gefischt.

Die Stadt Galle im Süden der Insel ist erreicht und wir besichtigen das Fort. Der Ausblick nach allen Seiten ist überwältigend. Wir haben einen wunderbaren Überblick über große Teile der Stadt und Tschibo erklärt uns die Geschichte der Region.

Auf dem Rückweg wird noch an einer Seidenraupenfarm gehalten. Wir hören uns den sehr interessanten Vortrag an und kaufen in dem dazugehörigen Laden einige schöne Sachen ein.

Es ist schon spät geworden und und es geht zurück nach Beruwela. Ein Zug nach Colombo überholt unseren Bus und es wird eine kleine Wettfahrt gestartet. Eine Mutter mit ihrem Säugling sitzt bei voller Fahrt auf dem Trittbrett eines Waggon. Der Zug ist mehr als überfüllt macht aber ordentlich Tempo. Eine Schranke macht dem Wettrennen erstmal ein Ende. Nach einem sehr schönen Tag erreichen wir wieder das Hotel.

Gemeinsam werden schon Pläne für den nächsten Tag gemacht und es wird beschlossen den dem Fischerhafen von Beruwela zu besichtigen. Tschibo übernimmt wieder die Organisation bis in alle Details.
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