Die Vier hatten schon für den nächsten Tag eine Bootsfahrt auf dem Bentotafluss organisiert. Wir schließen uns natürlich an. Durch den Sohn der einen Familie wurde ein einheimischer junger Mann als Reiseleiter empfohlen, den sie „Tschibo“ nannten. Nach kurzen Preisverhandlungen könnte es losgehen aber wegen der 2 zusätzlichen Personen muss der Ablauf geändert werden. Durch den niedrigen Wasserstand bei Ebbe kommt das Boot mit 6 Personen, plus Reiseleiter und Kapitän, nicht vom Hotelstrand zum Einlauf des Flusses. Kurz entschlossen wird ein Kleinbus organisiert, der uns zur Mündung des Bentota bringt. Die Organisation ist perfekt und auch der Bus lässt keine Wünsche übrig. Der klimatisierte Bus hat einen umsichtigen Fahrer am Lenkrad und nach kurzer Fahrt sind wir schon am Ziel. Wir steigen in das Boot und es geht flussaufwärts. Durch den Regen am Vorabend ist der Fluss angestiegen und wir müssen die Köpfe unter den ersten Brücken einziehen. Am Bentota Beach Hotel werden Elefanten im Fluss gebadet und gewaschen. Die Tiere gehören sicher zum Hotel.

Die Landschaft wird unbeschreiblich schön. Die Palmen weichen waren Baumriesen und der Urwald wird immer dichter. Unser Reiseführer „Tschibo“ spricht sehr gut deutsch und erklärt uns die Tier- und Pflanzenwelt Sri Lankas. Seine geschulten Augen entdecken Tiere, welche wir nie entdeckt hätten. Wasserwarane sind die ersten Echsen, die wir selbst erspähen. Die Sonne steigt langsam höher und es wird das Sonnendach über das Boot gezogen. Durch die spiegelnde Wasseroberfläche ist die Gefahr eines Sonnenbrandes noch höher als an Land. In den großen Bäumen am Fluss hängen Flughunde und machen einen Höllenlärm. Immer wieder kommen uns andere Boote entgegen oder überholen uns. Der Ausflugsverkehr auf dem Fluss ist für viele eine willkommene Einnahmequelle.

Wir fahren an einer schönen Villa vorbei und erfahren das die einem Deutschen gehört. Für 50.000 Dollar Kaution und einem einheimischen Strohmann ist es möglich sich dort anzusiedeln. Sehr oft wird aber auch noch viel mehr Lehrgeld gezahlt.

Zielstrebig nimmt ein kleines Boot Kurs auf uns. Unser Boot hält an und wir haben einen Fototermin mit einem kleinen Krokodil. Langsam begreifen wir das Provisionssystem, von dem viele Leute ihren Anteil wollen. Eine Hand wäscht die andere und hier sind viele Hände im Wasser.

Wir nehmen Kurs in die Mangroven und müssen sehr auf die spitzen Luftwurzeln aufpassen, welche senkrecht über unseren Kopf schweben. Hier ist der Eisvogel in seinem Element und wir sehen einige dieser schönen Vögel. Wer sich in diesem Dickicht nicht auskennt, findet den Ausgang nicht so schnell.Sri Lanka 2002 Flussfahrt 2Vorbei an Garnelenfischern fahren wir wieder flussabwärts. Wir wollen noch den Wochenmarkt in Alutgama besuchen und geben etwas Gas.

Hier versorgen sich die Bewohner also mit den notwendigen Lebensmitteln. Der Kontrast dieses Marktes könnte nicht größer sein. Bunte Gewürzstände und frische Obst- und Gemüseauslagen sind für uns ein beliebtes Fotoziel. Um den Fleischstand machen wir einen großen Bogen. Den Fischmarkt sehen wir uns aber noch an. Die großen Brocken werden in Beruwela auf dem Fischmarkt ersteigert und hier in kleinen Portionen verkauft. Einen Kühlschrank können sich die meisten Familien nicht leisten und so wird hier täglich der Bedarf eingekauft.

Wir machen einen Abstecher in ein Lokal am Fluss uns lassen uns im Schatten nieder. Sanfte Musik im Hintergrund, ein kühles Bier und der Blick auf den Fluss lassen die Seele baumeln. Sri Lanka 2002 Flußfahrt 3Etwas ausgeruht bringt uns der Bus wieder in das Hotel. Jetzt heißt es erst einmal ein Moskitonetz organisieren. Unser Tagesrhythmus kann sich nur schwer an das Leben hier anpassen. Die Klimaanlage ist doch recht laut, das Stromnetz träumt von 220V und bricht regelmäßig zusammen, wenn in den Hotels das Abendessen zubereitet wird. Die geringen Niederschläge der letzten Wochen haben die Staudämme nicht gefüllt und deshalb wird der Strom nur stundenweise angestellt. Das Hotel hilft sich mit einem Generator der Leistung mit Lärm verwechselt. Bis pünktlich 0:00 Uhr ist nicht an Schlaf zu denken. Plötzlich sind die Lampen heller und sogar die Neonröhren im Bad springen an. Die Klimaanlage wacht auf und denkt intensiv über ihre Aufgaben nach. Langsam fallen auch wir ins Bett.
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