Heute machen wir unsere letzte Tour mit Wayan. Der Wecker klingelt um 2:45 Uhr – wer hat sich nur diese Tour ausgedacht? Wayan holt uns pünktlich 03:30 Uhr im Hotel ab. Er hat schon mit seinem Fahrer die Fahrt von Denpasar nach Nusa Dua hinter sich. Im Auto erzählt uns Wayan, dass er mit seinen Neffen in der Disco war und uns dann abgeholt hat.

Die Fahrt führt uns heute nach Ostbali zu einem hoffentlich spektakulären Sonnenaufgang. Wir fahren immer an der Küste entlang und sehen in der Ferne schon die ersten Blitze. Wir sind zuversichtlich, dass das Unwetter vorbei zieht und uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Doch schon bald regnet es, dass es die Scheibenwischer nicht schaffen. Wir haben aber auch noch einige Kilometer vor uns und plötzlich hört es auf zu regnen und die Straße ist trocken.

Unser Ziel Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 01ist der Berg Gumang in der Nähe des Ortes Bugbug an der Straße von Candidasa nach Amlapura.

Durch den Regen ist die Luft noch feuchter geworden, als sie so schon ist. An einem Parkplatz steigen wir aus. Unser Fahrer hat jetzt genügend Zeit um sich auszuruhen. Wir überqueren die Straße und schon beginnt der Anstieg. Nur gut, dass ich noch zwei Taschenlampen mitgenommen habe. Der Weg führt relativ gerade immer bergauf. Durch das fehlende Tageslicht haben wir kein Gefühl über die gewonnene Höhe und die restliche Wegstrecke. Von den fahrenden Autos hören wir keinen Ton mehr und nur manchmal sieht man ein Licht im Tal. Der Schweiß rinnt aus allen Poren und der Weg nimmt kein Ende. Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 05Wayan hat etwa 50 Minuten eingeplant. Weil wir doch die eine oder andere Pause mehr einlegen, werden wir etwas mehr Zeit benötigen. Als ich wieder einmal mit der Taschenlampe das Ende des Weges suche, leuchten kurz vor uns sehr viele Augen auf. Wir waren doch etwas erschrocken, denn welche Tiere halten sich hier oben auf und haben einen so großen Abstand zwischen den Augen. Nur Wayan wusste das sich auf dem Berg ein Tempel befindet zu welchen auch Kühe gehören.Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 13 Der Tempel “ Pura Bukit Gumang” ist keine Touristenattraktion und wird nur von Einheimischen besucht. Nach reichlich einer Stunde sind wir endlich oben angekommen. Die Uhr zeigt 05:15 Uhr. Bis zum Sonnenaufgang können wir unseren Kreislauf wieder normalisieren. Ich suche einen günstigen Standort für das Stativ und bereite die Kamera und den Camcorder vor. Um 05:45 Uhr wird es langsam heller. Wir sehen nicht nur die Lichter auf dem Ozean sondern auch die dazugehörigen Schiffe. In weiter Ferne wird die Insel Lombok sichtbar. Noch verdecken einige Wolken den Vulkan Rinjani auf der Nachbarinsel. Die Sonne soll genau hinter diesem Vulkan aufgehen aber mit diesen dichten Wolken werden wir keinen Sonnenaufgang sehen.

Kaum kann man in der Umgebung die ersten Details erkennen, werden auf den Bäumen die Affen wach. Recht zielsicher kommen Sie auf uns zu und riechen an unserem Gepäck. Sicher werden sie von manchmal von Touristen gefüttert aber wir haben nichts Essbares dabei. Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 11Nur gut, denn schnell zieht die Horde an uns vorbei. Kaum ist die erste Gruppe wieder verschwunden, verlassen die nächsten Affen ihre Schlafbäume. Wir sind von Affen eingekreist. Der Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 14Sonnenaufgang soll 06:25 Uhr sein und es bleiben nur noch wenige Minuten. Fast unbemerkt haben sich die Wolken verzogen wir haben freie Sicht bis zur Insel Lombok. Hinter dem Vulkankegel wird es immer heller. Wir erleben einen sehr schönen Sonnenaufgang.

Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 15In nördliche Richtung kann man hier oben nur durch die Bäume sehen. Wayan zeigt uns eine Stelle, von der wir wesentlich besser in das Tal sehen können. Von den Reisfeldern steigt Dunst auf und ergibt mit den ersten Sonnenstrahlen eine zauberhafte Lichtstimmung. An einer anderen Stelle sieht man den Vulkan Agung im Morgenlicht.

Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 28

Wir haben wirklich Glück mit den Wolken. Eine halbe Stunde später sieht man von dem Vulkankegel nicht mehr viel. Wir sehen uns hier oben noch etwas um und machen uns dann auf den Rückweg. Der Tempeleingang ist genau auf den Vulkan ausgerichtet und bietet ein sehr schönes Fotomotiv. Die Affen haben sich überall in der Tempelanlage verteilt und durchsuchen die Opfergaben nach Essbaren. Bali 2009 Sonnenaufgang Berg Gumang 25Auf dem Rückweg sehen wir wie steil der Anstieg teilweise war aber die Anstrengungen haben sich wirklich gelohnt. Einige Balinesen kommen uns mit Opfergaben entgegen – die Affen werden sich freuen. Wayan unterhält sich mit ihnen und erzählt uns dann, dass sie den Aufstieg fast täglich machen. Manchmal hat man auch von dem Weg einen sehr schönen Ausblick auf den Ozean, ins Tal oder auf den Vulkan Agung.

Unten wartet der Fahrer auf uns und wir freuen uns auf ein schönes Frühstück. In Candidasa gibt es einen deutschen Bäcker und der ist unser nächstes Ziel. Für 31.000 Rupien (2,10 €) bekommen wir hier ein komplettes Frühstück mit Kaffee, Rührei, Brötchen und Marmelade.

Anschließend fahren wir zu Wayans Bruder, welcher mit getrockneten Frangipaniblüten handelt. Wir wollen eine kleine Probe mit nach Hause nehmen. Die Balinesen nutzen die getrockneten Blüten für eine Teemischung. Unsere eigenen Trocknungsversuche waren bisher noch nie von Erfolg gekrönt. Die Blüten bekamen immer eine braune Farbe.

Zum Schnorcheln fahren wir in diesem Jahr in die blaue Lagune. So früh am Morgen sind noch nicht so viele Touristen hier. Auf dem Parkplatz ist noch genügend Platz und auf dem Wasser ist noch kein Boot zu sehen. Wir ziehen uns schnell um und dann geht es ab in das Wasser. Die Sicht ist sehr gut trotz des starken Wellenganges. Leider transportiert meine analoge Unterwasserkamera den Film nicht mehr einwandfrei. Der erste Film wollte einfach nicht voll werden. Durch die vielen Fische und Korallen hat es nicht an Fotomotiven gemangelt. Es ist zwar ärgerlich, aber nicht zu ändern. Hier könnte man Stunden im Wasser verbringen. Die blaue Lagune ist wirklich ein lohnenswertes Ausflugsziel. Wenn man nur den Kopf Unterwasser hat, merkt man nicht, wie es immer voller wird. Einige Boote sind da und auch am Strand sind viele Touristen angekommen. Der Wasserstand ist noch recht hoch, denn Ebbe ist erst am Mittag. Sind dann die Fische und Korallen noch besser zu sehen?

Wir wollen aber noch nach Denpasar zum Mittagessen und zum Einkaufen. Im Warung Nasi Khas bestellen wir uns Spanferkel und Bintang. Das Bier ist gerade alle und wird umgehend besorgt. Über den Geschmack des Spanferkels kann man streiten, aber mir hat es nicht geschmeckt. Für alle vier Personen bezahle ich 165.000 Rupien.Bali 2009 Blick zum Gunung Agung

Wir sind immer noch auf der Suche nach den Schuhen aus Reisstroh. Nachdem wir in den ersten Läden keinen Erfolg hatten, haben wir es auf einem Markt versucht. Eine Verkäuferin hatte auch nicht diese Schuhe im Sortiment, aber kannte eine Frau, welche wiederum wusste, wo es diese gibt. So sind wir doch noch zu unseren Reisstrohschuhen gekommen. Für vier Paar haben wir gerade 100.000 Rupien bezahlt.

Nach dem wir unsere restlichen Einkäufe erledigt hatten, sind wir in das Hotel zurück gefahren, haben geduscht und unseren Nachmittagskaffee genossen.
< < < Zurück - - - < < < Übersicht > > > - - - Nächste > > >

 

(1292)


Kommentare

Sonnenaufgang Berg Gumang – blaue Lagune – Denpasar — Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar