2013 und 2015 Ostfriesland

Blick vom begehbaren WindradSonne, Wolken, Meer und ein Himmel bis zum Horizont. Einfach mal durchatmen, die Ruhe genießen, den Alltag vergessen und etwas für die Gesundheit tun. Das ist Radurlaub in Ostfriesland.
Die Anreise mit den Fahrrädern auf dem Dach zieht sich hin. Gegen den Wind steigt auch der Spritverbrauch. Unser Ziel ist eine Ferienwohnung in Utarp – einem Ort der Samtgemeinde Holtriem. Nicht direkt an der See, aber ein guter Ausgangspunkt für kurze und lange Touren mit dem Rad oder Auto. Die Wege sind gut beschildert und bestehen meist aus Asphalt oder Verbundpflaster. Wer hat nur die ganzen Knochensteine verlegt? Zur Orientierung nutze ich die App Komoot auf dem iPhone. Das Kartenmaterial ist viel detaillierter und hervorragend zum Wandern und Radfahren geeignet. Es sind Wege eingezeichnet, welche man bei anderen Kartendiensten nicht findet. Über gut ausgebaute Fahrradwege direkt hinter den Deichen und teilweise an der Nordsee mit Blick auf die Inseln, kann man mit dem Fahrrad von einem Küstenort zu anderen fahren. Nur die Gatter der Schafweiden zwingen zum anhalten. Auf die Inseln Ostfrieslands haben wir die Fahrräder nicht mitgenommen. Die Preise der Vermieter auf den Inseln sind heftig. Es kann sich lohnen, die eigenen Räder mitzunehmen. Bei der Größe der Inseln schafft man die Besichtigung aber auch zu Fuß.Windmühle
Wir sind mit dem Fahrrad entlang des Ems-Jade-Kanals, durch Felder und Wiesen oder auf dem Deich gefahren. Die zahlreichen Windmühlen sind lohnende Ziele und gute Fotomotive. Keine Lust mit dem Rad zufahren? In Jever bietet sich einer Besichtigung der Brauerei an. Entweder man stellt sich auf eine längere Wartezeit ein, oder man kauft die Karten vorab. Die Innenstadt von Jever hat uns sehr gut gefallen. Viele kleine Einkehrmöglichkeiten, Boutiquen und Geschäfte laden zum Bummeln ein. Eine geführte Wattwanderung zur Insel Baltrum lohnt sich sehr. Neßmersiel, ist der Ausgangspunkt der meisten Wattwanderungen der Region. Von hier aus starten Wattwanderungen nach Baltrum und Norderney sowie Rundwanderungen ins Niedersächsische Wattenmeer. Eine Strecke wird gelaufen und die andere mit dem Schiff absolviert. Dabei bleibt genügend Zeit um sich auf der Insel umzusehen. Abhängig von den Gezeiten wird die Hin- oder Rücktour gelaufen. Die Investition in Wattstrümpfe lohnt sich auf alle Fälle. Schuhe jeder Art bleiben bald im Watt stecken oder lösen sich auf und ohne Schutz steigt das Verletzungsrisiko.

in der Mitte - das begehbare WindradEin weiteres Ziel kann das begehbare Windrad sein. Die Anlage steht im Windpark von Holtriem im Gewerbegebiet. Die kostenpflichtige Besichtigung findet jeweils an den Wochenenden statt, wobei man sich vorher anmelden muss. Der Aufstieg über 297 Stufen ist nicht zu unterschätzen. Immer im Kreis geht es auf eine Höhe von 60 m. Ober wartet jedoch eine grandiose Fernsicht als Belohnung.Museumseisenbahn Die Museumseisenbahn zwischen Dornum und Norden ist eine weitere Empfehlung. Die Strecke ist 17 km lang und wird ehrenamtlich betrieben. Deshalb fahren die Züge fast nur an Sonn- und Feiertagen und in der Saison teilweise mittwochs. Auf der Webseite findet man den genauen Fahrplan und die Sonderfahrten. Verbinden kann man die Zugfahrt mit einem Stadtbummel in Norden.Schifffahrt Ems-Jade-KanalEine Tagestour mit dem Schiff auf dem Ems-Jade-Kanal kann ich nicht empfehlen. Wir sind von Aurich nach Emden gefahren und haben uns von dem Ausflug sehr viel mehr versprochen. Vom Aufenthalt in Emden abgesehen, ist die Fahrt auf dem Kanal sehr langweilig.Moorlehrpfad "Ewiges Meer"Der Moorlehrpfad ewiges Meer ist dagegen eine Empfehlung wert. Wir wollten ursprünglich eine geführte Wanderung mitmachen, welche aber einfach durch einen Zettel am Treffpunkt abgesagt wurde. Es gibt nur einen abwechslungsreichen Rundweg aus Holzbohlen, welcher knapp 2 km lang ist. Für den Spaziergang kann man gut 2 Stunden einplanen. Das ewige Meer ist der größte Hochmoorsee Deutschlands. Zahlreiche Wasservögel kann man beobachten, aber auch Eidechsen und Schlangen. Nur Fische gibt es in dem sauren Wasser nicht. 12 Tafeln vermitteln Informationen zum ewigen Meer und bieten spielerische Elemente für Kinder. So lernt man auch ohne Führung etwas über das Moor dazu.Radwandern am Ems-Jade-KanalEine sehr schöne Radtour kann man am Ems-Jade-Kanal unternehmen. Wir sind am Hafen in Aurich gestartet aber nicht Richtung Emden gefahren, sondern haben den Radweg Richtung Wilhelmshaven genutzt. Teilweise hat man die Möglichkeit die Seiten des Kanals zuwechseln. Der Fahrradverkehr hält sich auf beiden Seiten in Grenzen. Auch abseits der Radwege gibt es einiges zu sehen. Viele Gärtnereien haben sich auf die Anzucht von Rhododendron und Heidelbeeren spezialisiert. Uns wurde sogar die Besichtigung erlaubt, was wir dankend angenommen haben.

Blumenhalle WiesmoorEinen etwas längeren Weg mit dem Auto hat man zum Wiesmoorer „Blumenreich“,  der Blumenhalle mit Gartenpark. Der 5 ha große Gartenpark bietet zahlreiche Anregungen für die Gartengestaltung. Es gibt viele Themengärten, von denen man einzelne Elemente in den eigenen Garten integrieren kann. Spielplätze und zahlreiche Sitzgelegenheiten laden zur Erholung ein. In der Blumenhalle kann man zwischen zahlreichen Blumen und Pflanzen wandeln oder in der angeschlossenen Gastronomie etwas für das leibliche Wohl tun. Sollte man während oder kurz nach dem Blütenfest in Wiesmoor sein, sollte man auch einen Spaziergang durch den Ort machen. Die ausgestellten Blütenmotivwagen sind eine Augenweide. Eine kleine Auswahl habe ich auch am Ende meiner Bildergalerie.

Insel LangeoogNach der Wattwanderung zur Insel Baltrum 2013, haben uns zwei Jahre später zu einer Fahrt auf die Insel Langeoog entschieden. Während der Saison gibt es von Bensersiel zahlreiche Fährverbindungen zur autofreien Insel. Wir haben die Fahrräder nicht mitgenommen, sind aber auch noch gut zu Fuß unterwegs. An der Anlegestelle wartet schon die Inselbahn auf die Besucher. Bis zur Inselgemeinde sind es nur wenige Kilometer. Dort sind der Wasserturm und das gleich in der Nähe befindliche Denkmal von Lale Andersen die ersten Ziele. Anschließend geht es auf eine längere Wanderung durch die weite Dünenlandschaft der Insel. Im Ort selbst gibt es zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Gestärkt geht es dann wieder auf den Heimweg.

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