14.-24.04.2017 Gardasee

Hotelblick

Für 10 Nächte geht es über Ostern an den Gardasee. Das Hotel Savoy Palace in Riva del Garda wurde in einer Zeitungsbeilage in Zusammenhang mit einer Busreise beworben. Die Anreise zum Ostermontag und der doch üppige Aufschlag für die Fahrt, war jedoch ein Hindernis. So bucht wir das Hotel über Thomas Cook separat, konnten uns den Reisezeitraum selber wählen und waren mit dem Auto vor Ort viel flexibler. Die Kosten für die Maut in Österreich und den Brennerpass halten sich in Grenzen. Die Vignette für Österreich und die Videomaut für den österreichischen Teil der Brennerautobahn kann man schon vorher zum Beispiel beim ADAC organisieren. In Italien kann die Maut jedoch nur vor Ort beim Verlassen der Autobahn bezahlt werden.

Brasa Schlucht

Das Hotel ist sehr gut gebucht. Zu den Gästen zählen viele Reisegruppen – vor allem aus Deutschland – und eine Mischung internationaler Individualtouristen. Wir haben Halbpension gebucht und damit alles richtig gemacht. Die Küche ist ausgezeichnet. Nicht nur geschmacklich wird etwas geboten, sondern auch optisch sind die Gerichte eine Augenweide.Es gibt eine feste Sitzordnung, bei der die Reisegruppen etwas abseits platziert sind. Zum Frühstück stellt man sich auf der Menükarte sein Abendessen zusammen.

Malcesine

Dabei ist die Auswahl sehr abwechslungsreich, wobei für jeden Geschmack etwas im Angebot ist. Dieses Konzept hat uns sehr gefallen. Morgens nutzt man das Frühstücksbüffet und abends wird man, mit Ausnahme des Salatbüffets, bedient.

Riva Del Garda ist einer der größeren Orte am Gardasee. Durch die ausgezeichnete Lage an der schmalsten Stelle des Sees ist der Ort der ideale Ausgangspunkt um die schönsten Ziele am Ufer zu besuchen. Wir waren unter anderem in Limone, Gardone Riviera, Malcesine, Tremosine und Bardolino. Aber nicht nur die Hauptroute am See ist empfehlenswert. Abseits der Hauptstraßen findet man urige Dörfer, enge Straßen und schöne Landschaften.

Sehr empfehlenswert ist die Fahrt durch die Brasa Schlucht auf der „Strada della Forra“. Im Netz finden sich zahlreiche Videos, nach deren Betrachtung man selber entscheiden kann, ob die eigenen Fahrkünste ausreichen um sich der Herausforderung zustellen. Es kann dabei auch passieren, dass man bei Gegenverkehr eine längere Strecke rückwärtsfahren muss. Der schwierigste Streckenabschnitt ist seit Kurzem mit einer Ampel gesichert – eine gute Entscheidung. Leider gibt es auf der Strecke keine Haltebuchten, um zu fotografieren oder in den Abgrund zusehen. Die kurzen Straßenverbreiterungen sind zum Ausweichen bei Gegenverkehr gedacht. Die Strecke ist auch bei Motorradfahrern beliebt. Wohnmobile und kleine Linienbusse können auch zum Gegenverkehr gehören. 
 

Panoramweg

Seitdem es E-Bikes gibt, machen die Radfahrer jede Straße und jedes Gelände unsicher. In Riva del Garda beginnt die Ponalestraße – einst die einzige Verbindung zwischen Riva del Garda und dem Ledrotal. Heute gibt es einen Tunnel und die alte Straße wurde zum Panoramaweg für Radfahrer und Wanderer umgestaltet. Leider kann man die Aussicht nicht richtig genießen, denn die Fahrer von E-Bikes haben das Gelände für sich entdeckt. Mit Anhänger für die Kinder oder die Hunde geht es den Berg hinauf. Stürze und Unfälle sind dabei an der Tagesordnung. Die zahlreichen Warnschilder zeigen leider keine Wirkung. Bergab geht es noch schneller. Auf Hinweistafeln steht zwar, dass die Wanderer immer den Vortritt haben, interessieren mag das aber keinen. Sicher sind die Ostertage auch nicht der richtige Zeitpunkt um auf dem Panoramaweg eine Wanderung zuunternehmen.

Wer in der Nähe von Malcesine Urlaub macht, sollte auch mit der Seilbahn auf dem Monte Baldo gewesen sein. Wir hatten von langen Schlangen an der Kasse gelesen, aber zum Glück war davon nichts zu sehen. Schon mit der Seilbahn erreicht man eine Höhe von fast 1800 m. Oben laden zahlreiche Wege zum Wandern ein. Der Wind weht kräftig und wir sind froh etwas Wärmeres, angezogen zu haben. Blick vom Monte BaldoDie Aussicht von hier oben ist natürlich überwältigend. Auf der einen Seite kann man bis in die verschneiten Alpen sehen und auf der anderen Seite das südliche Ufer des Gardasees erblicken. Am Nachmittag ziehen immer mehr Wolken auf, sodass sich die Fernsicht verschlechtert. Am Nachmittag folgt ein kurzer Rundgang durch die Stadt. Für eine ausführliche Stadtbesichtigung ist es leider zu spät. Dafür nehmen wir uns an einem anderen Tag etwas mehr Zeit.
BardolinoEinige Kilometer weiter befindet sich der sehr interessant Ort Bardolino. Zufällig fand an diesem Tag auf der Seepromenade ein Wochenmarkt statt. Zahlreiche Besucher scheinen nur wegen dem Markt hier zu sein. Ein Stand reiht sich an den anderen und des Angebot ist durchaus vielfältig. Am Nachmittag haben alle zusammen gepackt, sodass man jetzt den freien Blick auf den See hat. Bardolino hat eine sehr schöner Seepromenade. In der Innenstadt befinden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Die Stadt ist schön aber nicht spektakulär.

André Heller ParkAuf der Westseite des Sees befindet sich weit im Süden der Ort Gardone Riviera. Durch zahlreiche Baustellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sieht sich die Fahrt in die Länge. Wenn jemand überholt hat er mit Sicherheit ein deutsches Kennzeichen. Die Italiener sind hier viel gelassener. Immer wieder hat man einen sehr schönen Blick über den See. Unser Ziel ist der botanische Garten der André Heller Stiftung. Über diesen haben wir schon einiges in Reiseführern gelesen. Bei einem Eintrittsgeld von 11 Euro haben wir einige Erwartungen. Der Garten ist sehr gepflegt und schön angelegt. Die Wege sind teilweise etwas schmal, aber es gibt genügend Ausweichstellen. Das Eintrittsgeld ist gut investiert. Leider können das gastronomische Angebot und die Toiletten nicht mithalten. In der Nähe des  Parkplatzes ist eine sehr gute Pizzeria, welche man oberhalb der Tennisplätze findet.

 Limone sul GardaAm Hafen von Riva del Garda legen mehrere Schifffahrtslinien an. Kurz entschlossen unternehmen wir eine Fahrt nach Limone sul Garda. Der Wind weht kräftig und produziert einen ordentlichen Wellengang. Während der Fahrt gibt es einige Erläuterungen über den ehemaligen Grenzverlauf zwischen Österreich und Italien, dem Anbau von Orangen und Zitronen sowie Informationen über den See allgemein. In Limone sul Garda haben wir bis zur Rückfahrt reichlich 2 Stunden Zeit. Es ist ein sehr schönes Städtchen mit malerischen Gassen und Häusern. Mehrere Geschäfte haben in der Region ein einzigartiges Angebot. Glasbläser gibt es viele, aber das Sortiment hebt sich doch von der Massenware ab. Die Preise zeigen aber, dass man sich dessen bewusst ist. Ein Geschäft hat sich auf venezianische Masken spezialisiert. Es gibt sogar eine Auswahl für den Kühlschrank oder die Magnetwand. Leider ist die Zeit schnell vorbei.

Ursprünglich wollten wir mit dem Auto den Gardasee an einem Tag umrunden. Aufgrund der Baustellen und der reduzierten Geschwindigkeiten haben wir von diesem Plan abgesehen. Vielleicht nehmen wir dieses Vorhaben in einem anderen Jahr in Angriff.
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