Wir müssen schon 06:00 Uhr wieder aufstehen und so richtig ausgeschlafen haben wir auch nicht. Die Koffer müssen gepackt, das Handgepäck bereitgelegt und die Trinkvorräte für den Tag aufgefüllt werden. 06:30 Uhr gibt es ein gutes Frühstück und eine Stunde später werden die Gruppen aufgeteilt und die Koffer in die Busse geladen. Wir sind in Peters Gruppe und sehen es als die bessere Wahl. Er ist Österreicher, lebt seit 12 Jahren in Costa Rica und macht die Rundreisen schon wesentlich länger. Wie immer möchten alle im Bus in den vorderen Reihen sitzen und wir haben wieder die 5 Sitze der Rückbank für uns allein. Unsere Gruppe hat 19 Teilnehmer so das im Bus ausreichend Platz ist, auch wenn einige Rücksäcke für die Gepäckfächer zu groß sind.2008.04.01 - 09_03_54

Pünktlich 08:00 Uhr verlassen wir das 5-Sterne Hotel in der Nähe von Heredia. Unser erstes Ziel ist eine Kaffeefarm in der Nähe. Nach 35 Minuten haben wir den Ort Alajuela erreicht und 11 km nördlich liegt die Farm „DOKA ESTATE„. Hier besitzt die Familie Vargas 1600 ha Kaffeesträucher und trocknet die Kaffeebohnen noch traditionell mit der Kraft der Sonne. Etwa 200 festangestellte Arbeiter und 3000 Erntehelfer sind hier tätig. Wir machen an dem Kaffeehaus „La Luisa“ halt und Peter erklärt uns den Werdegang des Kaffees von der Blüte bis zur gerösteten Bohne. Kaffeesträucher wachsen hier auf 1350m Höhe sehr gut und die Qualität wurde mehrfach ausgezeichnet. In dem Ladengeschäft besteht die Möglichkeit Kaffee zu kaufen. Aber bei der Auswahl ist man wieder auf Peters Ratschlag angewiesen. Natürlich gehen die Meinungen über den Kaffeegeschmack der Ticos weit auseinander. Nach etwa 25 Minuten fahren wir weiter bergauf. Es fallen jetzt auf beiden Straßenseiten die mit dunklen Netzen überspannten Plantagen auf. Hier werden Zierpflanzen und Blumen für den Export gezüchtet. Die Erdbeerfelder hier oben decken dagegen den heimischen Markt ab. Costa Rica 2008 Panorama Kaffeeplantage

09:40 Uhr machen wir an einem Aussichtspunkt halt. Wir befinden uns jetzt auf einer Höhe von 2280 m. Der Blick reicht weit über das Zentraltal von San Jose hinaus. Das Wetter spielt mit und wir haben eine sehr schöne Aussicht. Hoffentlich bleibt uns der blaue Himmel treu und wir haben dann am Poas eine Sicht bis zum Pazifik auf der einen und der Karibik auf der anderen Seite. Aus dem Flugzeug konnten wir aber gestern die Wolkenmassen sehen, welche sich von der Karibikseite an den Berghängen stauten.

Nach einer weiteren kurzen kurvenreichen Fahrt sind wir am Parkplatz des Nationalparks „Vulkan Poas“ angekommen. Am Informationszentrum riecht es schon sehr stark nach Schwefel. Alle hatten zuerst die Toilettenanlagen in Verdacht, aber der Wind kam aus der Richtung des Kraters und immer wieder erreichte uns eine 2008.04.01 - 10_26_48Duftwolke. Unsere Gruppe geht die 600m Weg bis zum Krater gemeinsam. Nachdem uns Peter die wichtigsten Informationen übermittelt hat, macht jeder seine individuelle Tour. An der Aussichtsplattform haben wir einen sehr guten Blick Costa Rica 2008 Rundreise Poas 01auf den Hauptkrater. Er entstand bei den Eruptionen zwischen 1952 und 1954. Er hat einen Durchmesser von etwa 1600 m und eine Tiefe von 300 m. Die Wassertemperatur des Sees schwankt zwischen etwa 40°C und 80°C, wobei die Schwefeldämpfe bis 870°C heiß sind. Sie sind manchmal so stark das der Nationalpark geschlossen werden muss. Der See hat einen Durchmesser von etwa 350 m. Wir befinden uns jetzt auf einer Höhe von 2574m aber die Sicht auf die beiden Ozeane bleibt uns verwehrt. Die Wolken werden immer dichter und der Wind kommt aus einer ungünstigen Richtung. Schon nach wenigen Minuten ist der Kratersee kaum noch zu 2008.04.01 - 10_43_04erkennen. Wir wollen noch zu dem alten Krater und nutzen den 1 km langen Wanderweg immer bergauf. Die Höhe macht sich schon etwas bemerkbar. Es dauert länger, bis sich der Kreislauf etwas beruhigt hat und man ohne Stativ bei schlechtem Licht fotografieren kann. Costa Rica 2008 Rundreise Poas 04Der Krüppelwald ist sehr dicht und mit Bromelien überwuchert. Nach 20 Minuten haben wir den alten Krater erreicht. Er ist seit 7500 nicht mehr aktiv und kalt. Der herrliche See hat etwa 400 m Durchmesser und ist maximal 14 m tief. Der Wald ist an diesem Krater etwas höher, weil hier die letzten Eruptionen keinen Schaden hinterlassen haben. Von dem Aussichtspunkt hat man einen schönen Blick über den gesamten Krater. Wir befinden uns jetzt auf einer Höhe von 2620 m. Die Sonne bringt die vielen Epiphyten zum Leuchten. Nicht nur die Landschaft sondern auch die Tierwelt hat hier oben ihre Reize. Viele Vögel machen sich im Unterholz bemerkbar und oft ist man mit der Kamera zu langsam. Die Lichtverhältnisse machen es zusätzlich schwer. Nur mit einem starken externen Blitzlicht kann man versuchen die Belichtung auszugleichen. Die Zeit vergeht viel zu schnell und wir müssen wieder zum Parkplatz zurück. Costa Rica 2008 Rundreise Wasserfall 02

Nach dem Mittagessen fahren wir weiter in Richtung einiger Wasserfälle. An einem Obstverkaufsstand machen wir wieder einen kurzen Zwischenhalt. Die Getränkevorräte können hier auch aufgefüllt werden. Nach wenigen Kilometern haben wir den Friedenswasserfall „Catarada La Paz“ erreicht. Der Ursprung des Wassers ist der Vulkan Poas. Es fällt aus 915 m Höhe über 5 Stufen an der Nordostseite des Vulkans in die Tiefe. In der Trockenzeit ist die Wassermenge etwas geringer. Die Holzbrücke am unteren Abschnitt ist den Wassermassen der Regenzeit zum Opfer gefallen. Die Überreste liegen jetzt noch unter der Behelfsbrücke aus Stahl. Unvorstellbar, welche Kräfte da am wirken waren. Über einen schmalen Weg kann man hinter der Wasserwand entlang gehen. Etwas nass wird man aber mit Sicherheit dabei. Geht man über die Brücke und etwas die Straße hinauf, hat man einen schönen Blick auf den Bereich über der Aussichtsplattform. Für einen Aufstieg zu den anderen Wasserfällen reicht die Zeit leider nicht.

Nach wenigen Minuten Fahrt machen wir schon wieder Halt an einer Futterstation für Kolibris. In einem Terrarium lebt auch eine handzahme Vogelspinne, welche sich einige Frauen auf die Schulter setzen lassen. Mich interessieren aber die angelockten Kolibris an den Futterautomaten wesentlich mehr. Das Filmen der flinken Vögel ist noch sehr einfach, aber ein gutes Foto ist nicht so schnell gelungen. Die Kolibris achten schon auf eine größere Distanz zu den Menschen. Kommt man zu nah, wird einfaCosta Rica 2008 Rundreise Kolibrifuetterung 04ch die Futterstelle gewechselt. Sie bleiben auch oft nicht lange sitzen, und bevor man mit der Kamera so weit ist, sind sie wieder weiter geflogen. In den 30 Minuten gibt es aber genug Gelegenheiten sich die schönen Vögel anzusehen und auch das ein oder andere Foto zu machen. An einer der etwa 10 Tränken ist immer etwas los gewesen.

Auf dem Weg zum Hotel sichtet unser Busfahrer eine Gruppe Brüllaffen in den Bäumen an der Straße. Der Aufmarsch der Touristen gefällt den Affen aber gar nicht. Sie ziehen sich gemächlich zurück und verschwinden in den hohen Bäumen.Costa Rica 2008 Rundreise Hotel Tucano 05

Kurz nach 16:00 Uhr sind wir im Hotel „El Tucano“ angekommen. Wir werden für die nächsten 2 Nächte im oberen Teil des Hotels untergebracht. Die Lage des Hotels ist traumhaft. In einem hohen Baum nisten Montezuma Stirnvögel und ziehen mit ihrem Balztanz die Blicke auf sich. In einem Baum an der Rezeption sitzen 2 Aras und lassen sich beim Fressen nicht stören. Während des Rundganges durch die Hotelanlage sehen wir einen Weg in den Regenwald. Auch wenn es bald dunkel wird, wollen wir doch noch einen kleinen Spaziergang machen. An einem Fluß entlang führt ein breiter Weg durch die wunderschöne Natur. Wir bleiben bis zum letzten Sonnestrahl und beenden danach unseren Hotelrundgang.

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