Aegypten 2012 Kutschfahrt 006Am 24.03.2012 müssen wir schon eine halbe Stunde früher aufstehen, denn um 8:30 Uhr beginnt die Kutschfahrt zum Horus Tempel in Edfu. Die Organisation scheint etwas chaotisch, aber zum Schluss sitzt doch jedes Pärchen in einer Kutsche. Nicht alle Pferde sehen sehr gesund aus. Die fehlenden Einnahmen bekommen die Tiere sicher als erstes zu spüren. Unser Kutscher stellt auf dem Handy einen Radiosender ein und schon geht es los. Der Weg zum Tempel führt uns auch durch sehr belebte Straßen. Hier teilen sich Fußgänger, Pferdegespanne, Pkw und Lkw die Fahrbahn. Mit dem Kutscher kann man sich nur per Handzeichen verständigen, denn er scheint keine Fremdsprache zu sprechen.
Aegypten 2012 Kutschfahrt 005Endstation der Kutschfahrt ist der sehr große Vorplatz der Tempelanlage. Die Kutschen warten hier, während sich die Touristen den Tempel ansehen. Hier warten Heerscharen von Verkäufern auf Neuankömmlinge. Postkarten, DVDs, Figuren und allerlei Krempel kann man sicher aufschwatzen lassen. Unsere Reiseleiterin gab uns den Tipp, ohne Blickkontakt und stumm einfach weiterzulaufen. Wer denkt, dass er hinter dem Eingangsbereich vor den Händlern seine Ruhe findet, hat sich getäuscht. Aegypten 2012 Horus Tempel 003Auch bis zum Eingang des Tempels wird man immer wieder von Souvenirhändlern angesprochen. Der Horus Tempel in Edfu ist der besterhaltene Tempel des alten Ägyptens. Nachdem man durch das Eingangstor gegangen ist, steht man in einem großen Innenhof. Der Eingangsbereich des Hauptgebäudes wurde zum Schutz vor den vielen Tauben und Spatzen mit Drahtgeflecht versehen. Ein hundertprozentiger Schutz ist das aber auch nicht. Der Falkengott Horus von Edfu ist der Sohn des Totengottes Osiris und Isis.Aegypten 2012 Horus Tempel 014 Wir wollen versuchen, eine Holzfigur des Gottes Horus für unsere Sammlung zu finden. Dafür dürften die Verkaufsstände am Eingangsbereich die größte Auswahl bieten.
Die Wände und Säulen der Innenräume werden so beleuchtet, dass man die Struktur der ägyptischen Schriftzeichen besonders gut sieht. Carmen erklärt uns Teile des Alphabets und sagt auch, dass bis heute noch nicht alle Schriftzeichen entschlüsselt sind. Immer wenn wir warten müssen, dass die Reisegruppen vor uns weitergehen, erzählt sie uns etwas aus dem täglichen Leben der Ägypter. Auffallend ist zum Beispiel, dass auf dem Schiff keine Frauen arbeiten. Die Angestellten müssen 50 Tage hintereinander arbeiten und haben dann 10 Tage frei. Dieser Rhythmus kommt für Frauen nicht infrage, denn sie sollen sich um die Erziehung der Kinder kümmern. Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 054
Als wir am Ausgang der Tempelanlage angekommen sind, bemerkten wir, dass es unter den Verkäufern heftigen Streit gab. Die Sicherheitskräfte hatten mit der aufgebrachten Menge ihre Schwierigkeiten. Deshalb haben wir nicht den offiziellen Ausgang benutzt.
Mangels Holz als Rohstoff gibt es hier sehr wenige Holzfiguren. Wir hoffen, dass wir an einem anderen Ort mehr Glück haben.
10:45 Uhr müssen wir wieder an unserer Kutsche sein, welche uns zurück zum Schiff bringt. Man sollte sich die Nummer der Kutsche wirklich sehr gut merken, denn auf dem Vorplatz warten Hunderte Droschken.
Eine halbe Stunde später legt das Schiff schon ab und wir fahren weiter stromaufwärts nach Kom Ombo. Die Fahrt dauert etwas über 5 Stunden und so können wir die an uns vorbeiziehende Landschaft genießen. Aegypten 2012 Sobek Tempel 008Wir lassen uns auch das Mittagessen schmecken, machen ein Mittagsschläfchen und sind zur Kaffeepause wieder auf dem Oberdeck. Immer wenn wir nachmittags auf dem Schiff sind, gibt es Kaffee und leckeren Kuchen. Die Ägypter haben eine Vorliebe für Süßes und deshalb schmecken die Häppchen und Desserts besonders gut.
Unser Schiff muss noch einige Minuten warten bis ein Anlegeplatz frei wird. Dafür liegen wird dann in der ersten Reihe. 16:30 Uhr können wir das Schiff verlassen und gehen zu Fuß zum nächsten Tempel. Direkt am Nil liegt der Doppeltempel von Kom Ombo. Geweiht war der Tempel den beiden getrennt voneinander verehrten Krokodilgott Sobek und dem falkenköpfigen Haroeris.Deshalb wird der Tempel heute auch Doppeltempel genannt.Aegypten 2012 Sobek Tempel 023 Obwohl der Tempel 20 m über dem Normalpegel des Nils gebaut wurde, hat im 19. Jahrhundert ein Hochwasser, Teile der Begrenzungsmauern und des Geburtshauses weggespült. Den Wasserstand des Nils kann man am Nilometer beobachten. Es ist ein begehbarer runder gemauerter Brunnenschacht. Durch den Staudamm des Nils ist der Wasserstand heute aber nahezu konstant. In einem neu gebauten Gebäude werden Krokodilmumien und -sarkophage ausgestellt.Aegypten 2012 Nilkreuzfahrt 057
Nach der Besichtigung des Tempels können wir noch den Sonnenuntergang beobachten. Als das Schiff ablegt, ist es schon dunkel und der Tempel wird durch starke Strahler hell beleuchtet. Die „Nile Smart“ hat noch über 40 km auf den Nil stromaufwärts zu fahren. Nach dem Abendessen werden uns die Hauptakteure der Besatzung vorgestellt. Der Kapitän unsere Schiffes ist sehr erfahren und bekannt. Die Kenntnisse werden in der Familie weitergegeben und so wird auch einmal sein Sohn Kapitän auf einem Nil-Kreuzfahrtschiff werden, genauso wie er es von seinem Vater „geerbt“ hat. Fast unbemerkt legt das Schiff in Assuan an, wo wir wir zwei Tage bleiben.
< < < Zurück - - - < < < Übersicht > > > - - - Nächste > > >

 

(1826)